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Neutestamentliche Wundererzählungen

Wunder spielen im Neuen Testament eine zentrale Rolle. Sie präsentieren Jesus als den „Heiland“. Die Wunder Jesu sind Zeichen der hereinbrechenden Gottesherrschaft. In ihnen offenbart sich der Heilswillen Gottes. Zugleich sind sie unlösbar auf Jesu Verkündigung bezogen. Der von Jesus zugesagte voraussetzungslose endgültige Heilswille Gottes wird konkret in seinem Handeln. Das im Wort verkündete Gottesreich wird durch die Wunder im Ansatz Realität. Mit ihm bricht das Reich Gottes an. Jesu Wunder sind Versinnbildlichung und Vorwegnahme des kommenden Heils. Die vorliegende Unterrichtseinheit, erschienen in RAAbits Religion, konzipiert für die Sekundarstufe II, ordnet sich ein in das Themenfeld der Christologie bzw. die Auseinandersetzung mit der Reich-Gottes-Verkündigung Jesu. Zahlreiche Lehrpläne schreiben das Thema „Neutestamentliche Wundererzählungen“ sowie den synoptischen Vergleich explizit vor. Ebenso kann diese Reihe im Zusammenhang mit bibelkundlichen Themen eingesetzt werden. Denn sie behandelt Aspekte der Welt und Umwelt des Neuen Testamentes sowie literarische Charakteristika der Evangelien. Im Zentrum dieser Unterrichtseinheit steht die Auseinandersetzung mit frühchristlichen Texten über die Wunder Jesu. Die Schülerinnen und Schüler lernen neutestamentliche Wundererzählungen sowie ihre Struktur und ihre Charakteristika kennen. Sie setzen sich mit dem historischen Kontext biblischer Wundererzählungen auseinander und erkennen, welche Funktion diese Berichte im Rahmen der Verkündigung Jesu sowie im Leben der jungen christlichen Gemeinden hatten. Die Lernenden setzen sich kritisch mit dem Konzept „Wunder“ auseinander und erkennen, dass Wunderglaube und Wunderkritik gleichermaßen davon abhängen, welches Wunderverständnis man zugrunde legt. Deutlich wird, dass zwischen den Erzählungen über Jesu Wunder und uns Verständnisschwierigkeiten bestehen, welche auf der zeitlichen und kulturellen Distanz beruhen. Kontextinformationen sind unerlässlich, um den Sinngehalt (antiker) Texte erfassen zu können. Im Rahmen der vorliegenden Unterrichtseinheit führen die Lernenden einen synoptischen Vergleich durch und erkennen in dieser komparativen Perspektive spezifische Akzent- und Schwerpunktsetzungen der Evangelisten. In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Deutungshorizonten wird ersichtlich, dass die Herangehensweise und das Vorverständnis maßgeblich für unser Textverständnis sind.