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Volles Grab und leerer Glaube? – Die Bedeutung von Leben, Tod und Auferstehung Jesu

Die Soteriologie spricht vom Heilshandeln Jesu am Kreuz. Gott gab seinen Sohn hin, um die Verheißung an Israel zu erfüllen und sein Bundesversprechen zu halten. Jesus folgt dem Willen des Vaters und gibt sich stellvertretend für die Menschen hin. Mit seinem Leiden und seiner Auferstehung erneuert er den Bund Gottes mit Abraham, versöhnt er Gott und Mensch nach dem Sündenfall Adams. Erneut eröffnet er den Zugang zum Paradies. Die Auferstehung Jesu bedeutet somit Hoffnung für alle Menschen. Die vorliegende Unterrichtseinheit, erschienen in RAAbits Religion, ist konzipiert für die Sekundarstufe II. Die Lernenden erkennen, dass es nicht darum geht, starre Dogmen widerspruchslos zu akzeptieren. Vielmehr sollen sie anhand der Lehrsätze eigene tradierte Vorstellungen revidieren und hinterfragen. Dies führt zur Neuausrichtung, Krise oder Bestärkung des persönlichen Glaubens. So wird Glaube als etwas erfahren, mit dem auch gerungen werden muss, der nicht jede Frage bis ins Detail beantworten kann, der auch Unverständnis in gewissen Bereichen aushalten können muss. Zu Beginn der Einheit wird Jesu Botschaft vom Reich Gottes erörtert. Anhand der Gleichnisse Jesu erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass das Reich Gottes nah, aber noch nicht verwirklicht ist. Es bedarf des Einsatzes des Menschen. Diese Unsicherheit hinsichtlich der Erfüllung des Reich Gottes wird unter dem Stichwort eschatologischer Vorbehalt thematisiert. Die folgenden Materialien widmen sich dem Gedanken des stellvertretenden Todes Jesu. Im Zuge eines Rollenspiels erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie eine Gruppe von Menschen agiert, die in Not einen Sündenbock finden muss. Der Bezug zu Jesu stellvertretendem Tod wird im Anschluss an das Spiel hergestellt. Anhand der Bildanalyse von Mathias Grünewalds Kreuzigung Christ überlegen sich die Lernenden, warum und für wen Menschen Opfer darbringen. Mithilfe eines Altarbildes begreifen sie den Tod Jesu als Opfertod. Eine Bildbetrachtung eröffnet die Diskussion um die Bedeutung von Jesu Sterben und Leben. Ein Interview mit Hans Kessler dient dem Einstieg in die Diskussion um die Auferstehung Jesu und diejenige des Menschen. Dabei ist nicht die Frage, ob Jesu Grab voll oder leer war entscheidend, sondern wie leibhaftige Auferstehung verstanden werden kann. Ein von der Bischofskonferenz herausgegebener Text verdeutlicht die Vorstellung der Kirche von der Lehre der letzten Dinge. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich kritisch mit dieser Lehre auseinander und reflektieren ihre ganz persönliche Vorstellung von der Auferstehung.