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Theologie als Topografie

Es sind markante Punkte, die dem Markusevangelium ihren erzählerischen Spannungsbogen geben: die Frage nach Jesu Identität auf dem See Genezareth, das Petrusbekenntnis bei Caesarea Philippi und das Bekenntnis des römischen Hauptmanns auf Golgatha „Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen“. Diesem topografisch-theologischen Rundweg korrespondiert ein Erkenntnisweg, der sich dem Personengeheimnis Jesu nähert. Am Ende der Unterrichtseinheit sind die Lernenden gefordert, selbst eine Antwort auf die zentrale Frage des Markusevangeliums „Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei?“ zu formulieren. Die vorliegenden Materialien für den Religionsunterricht, konzipiert für die Klassenstufen 9 und 10, unternehmen den Versuch, über die Topografie einen Zugang zur narrativen Theologie des Markusevangeliums zu finden. Zugleich wird darunter auch der Raumbezug in erkenntnistheoretischer bzw. hermeneutischer Bedeutung verstanden. Die Lernenden betreten den Raum der „erzählten Welt“ des Markusevangeliums und verorten sich darin. Gleichwohl verfolgt diese Unterrichtseinheit nicht das Ziel, die Geschehnisse im Evangelium über die kartografische Verortung zu historisieren. Absicht ist vielmehr, das „geografische Gewebe“ des Textes, das nicht nur aus bedeutungsvollen Ortsnamen, sondern auch aus „Stimmungsräumen“ wie Wüste, Berg, Grab, See etc. besteht, herauszuarbeiten. Die erstgenannte „exegetische Kompetenz“ steht im Fokus jeder Doppelstunde. Die zweitgenannte „methodische“ Kompetenz erwerben die Jugendlichen an der Lerntheke. Hier lernen sie mit zunehmendem Grad an Selbstständigkeit zu arbeiten. Darum bettet sich diese Unterrichtseinheit nicht nur in das Themenfeld „Bibel“. Da sie zugleich nach der Identität des Jesus von Nazareth fragt, kann sie auch im Rahmen der Christologie-Einheit in der Sekundarstufe II eingesetzt werden.