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Zwischen Nähe und Distanz, Anpassung und Widerstand – die Rolle der Kirchen im nationalsozialistischen StaatNeu

Wie lebten Christen im Spannungsverhältnis von Kreuz und Hakenkreuz? Wie gingen sie um mit dem Anspruch eines totalitären Systems, das Herz und Seele der „Volksgenossen“ zu gewinnen suchte? Diese Einheit untersucht den pseudoreligiösen Charakter des NS-Staats. Sie verdeutlicht die unterschiedliche Ausgangslage der beiden großen Kirchen 1933 und erläutert, welche Strategien die Kirchenleitungen verfolgten. In der Dokumentation des kirchlichen Widerstands werden vor allem unbekannte Christen vorgestellt. Die Arbeit mit Quellentexten, die Interpretation von Fotos und Karikaturen, die Auswertung von Karten und Statistiken, die Recherche im Internet und die Analyse eines Films entfalten ein Thema, das zu einer Vergangenheit gehört, die „nicht vergehen will“. Verorten lässt sich die vorliegende Unterrichtseinheit, erschienen in RAAbits Religion, sowohl am Ende der Sekundarstufe I, als Teil einer klassenstufenübergreifenden Betrachtung der Kirchengeschichte, als auch im Rahmen der Sekundarstufe II, innerhalb des Themenfeldes: Ekklesiologie. Die Lehrpläne für die gymnasiale Oberstufe schreiben ausdrücklich die Beschäftigung mit dem Verhältnis der Kirchen zum NS-Regime vor, etwa unter Überschriften wie „Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur“. Dabei konzentriert sich diese Reihe auf einzelne Facetten, die sich zum konfessionellen Vergleich eignen. Rechnung tragen muss sie dabei den unterschiedlichen Kirchenstrukturen: hier das hierarchisch-episkopale Modell der katholischen Kirche, dort das föderalistisch-synodale des deutschen Protestantismus. Es würde eine Überforderung der Lernenden darstellen, wollte man die interne Debatte um den Kurs der evangelischen Kirche in ihrer ganzen Komplexität verfolgen. Daher beschränkt sich die Analyse des deutschen Protestantismus im Dritten Reich auf die maßgeblichen Kontrahenten: „Deutsche Christen“ und „Bekennende Kirche“. Neben „klassischen“ und unverzichtbaren Themen im Verhältnis Staat-Kirche zwischen 1933 und 1945 werden auch weniger bekannte Sachverhalte aufgegriffen: das konfessionell stark divergierende Wahlverhalten am Ende der Weimarer Republik, das Selbstverständnis des Nationalsozialismus als „politische Religion“, der „katholische Volksaufstand“ im Oldenburger Schulkreuzstreit, die Einstellung zum Krieg oder das Martyrium junger, christlicher Widerstandskämpfer. Neben den Sachinformationen, die den zeitgeschichtlichen Horizont aufhellen und so eine Einordnung der Texte und Bilder ermöglichen, ermuntern die Aufgaben immer wieder zu persönlichen Stellungnahmen. Immer wieder werden Angebote zu Aktualisierungen unterbreitet: Gibt es auch gegenwärtig Regime, die sich zu ihrer Herrschaftssicherung pseudo-religiöser Formen bedienen? Warum sorgt der Streit um das Kruzifix als christliches Symbol auch heute noch in unserem demokratischen Rechtsstaat für emotionsgeladene Debatten? Bei welchen Sachverhalten würde ich konkret Risiken und persönliche Nachteile in Kauf nehmen, um (christliche) Wertvorstellungen gegen eine Mehrheitsmeinung zu verteidigen? Unser Zusatzmaterial zur Einheit „Kirche im Nationalsozialismus“ bietet detaillierte Abstimmungsergebnisse aus den einzelnen Gemeinden der Südpfalz, die eine genaue Analyse des konfessionellen Stimmverhaltens in den Reichstagswahlen vom September 1930 und Juli 1932 ermöglichen. Am Beispiel der Lebenserinnerungen des in Nackenheim und Mainz aufgewachsenen Schriftstellers Carl Zuckmayer erschließt sich das katholische Milieu aus einer ganz eigenen sozialen Realität. Darüber hinaus finden sich Materialien zur Frage, warum es keine lautstarken Proteste angesichts der sich von Jahr zu Jahr steigernden Verfolgung der jüdischen Mitbürger im Deutschen Reich gab? Diese Zusatzmaterialien sind konzipiert für zwei Unterrichtsstunden und geben einen Überblick über die antisemitischen Gesetze und Verordnungen der NS-Führung, schildern das Fanal der Reichspogromnacht 1938 und zeigen an Beispielen auf, wie Vertreter der Kirchen auf diese Eskalation der Judenverfolgung reagierten. Vertiefend widmen sie sich dem Streit um Papst Pius XII. Angesichts einer möglichen Seligsprechung ist die Frage drängender denn je: Hat der Papst zum millionenfachen Mord an den europäischen Juden geschwiegen? Wäre ein öffentlicher Protest nicht Erfolg versprechender gewesen als der gewählte Weg der Diplomatie? Oder hätte das die NS-Führung weiter radikalisiert – auch in ihren Repressionen gegenüber den deutschen Katholiken? Wie viele Juden hat Pius XII. in Rom retten können? Oder war Pius doch ganz einfach „Hitler´s Papst“? Der Öffnung der vatikanischen Archive verdanken die Historiker neue Einsichten in der Causa Pacelli. Die Materialien nehmen die Lernenden mitten hinein in die Debatte.