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Ionesco: “Rhinocéros” et la critique des idéologies

In seinem Stück "Rhinocéros“ stellt Ionesco ein Paradoxon auf: Nur derjenige, der von Selbstzweifeln geplagt wird, entwickelt am Ende die Kraft, ganz Mensch zu bleiben. Alle in ihren Prinzipien gefestigten Menschen hingegen verwandeln sich in uniformisierte Monster. Die Figur des Bérenger, der als einziger nicht dem Massenwahn verfällt, wirft eine philosophische Frage auf, die gerade bei Jugendlichen in der Selbstfindungsphase auf Widerhall stößt: Wie können sich Selbstzweifel in Stärke verwandeln? Warum kann freies Denken eine sicherere Warte darstellen als ein System mit festen Antworten? Eine genaue Textarbeit gepaart mit szenischem Lesen und Theaterimprovisationen macht die Sprachmechanismen sichtbar, mit denen Ionesco die Scheuklappen jedes Systemdenkens entlarvt.